Johanniter-Wander-Ausstellung

Johanniter an der Nordseeküste: Gemeinschaft, Glaube, Geschichte

Am 8. September 1319 wurde in Groningen eine Urkunde ausgefertigt. Es ist ein Vertrag zwischen dem Komtur ( = Abt im Johanniter-Orden) in Steinfurt und den friesischen Johanniter­kommenden (= Johanniter­klöstern). In diesem so genannten „Groninger Vergleich“ sicherten sich die Johanniterklöster  der Ordensprovinz Frisia bestimmte Rechte. Dadurch wurden sie gegenüber ihrer Leitung in Steinfurt weitgehend unabhängig. Das Dokument von 1319 führt insgesamt 20 friesische Klöster auf – von Warffum/Provinz Groningen bis Langewisch im Butjadinger Land. Für die meisten dieser Johanniter­kommenden ist es die erste urkundliche Erwähnung überhaupt.

Die Johanniterklöster in diesem Gebiet hatten eine hohe Bedeutung für die Entwicklung der Landwirtschaft, des Wasserbaus, und der Kultur in dieser Region. Auf der ostfriesischen Halbinsel war der Johanniterorden mit den meisten Klöstern vertreten. Das führte im Herbst 2019 im Klosterverein Ihlow zu der Idee, in einer Wanderausstellung die Geschichte und die Gegenwart dieser ehemaligen friesischen Johanniter­klöster zu präsentieren und ihre Bedeutung für die Region in Erinnerung zu rufen.

Warum engagiert sich der Klosterverein für dieses Projekt  – denn in Ihlow  stand ja im Mittelalter ein Kloster der Zisterzienser? Weil durch unseren Klosterverein seit 2013 ein „Arbeitskreis ostfriesischer Klosterstätten“ organisiert wird, der jedes Jahr Vorträge und Klosterfahrten (bis in die Provinz Groningen!) veranstaltet, und die „Stillen Räume Ihlow“ als Wahrzeichen für die Bedeutung der mittelalterlichen Kulturlandschaft der Klöster in der Region insgesamt stehen - und anerkannt sind.

Dieses deutsch-niederländische Projekt ist mit der Zahl der beteiligten Orte: (siehe Karte oben; fett hervorgehobene: Provinz Groningen)

  • Abbingwehr, Boekzetel, Bokelesch, Bredehorn, Burlage,
  • Dünebroek, Goldhoorn, Heiselhusen, Jemgum, 
  • Langholt, Muhde, Oosterwijtwerd, Warffum, Wijtwerd

und für die Erinnerungskultur der ehemaligen Klosterlandschaft im Nordwesten Europas einzigartig.

Wegen dieses Stellenwertes wird das Projekt von der Ems Dollart Region, und durch die Johanniter-Subkommende Oldenburg sowie die Subkommende Ostfriesland-Wilhelmshaven gefördert. Die Wanderausstellung wurde am 12.September für die Standorte Jemgum und Dünebroek eröffnet, und ist an den weiteren Standorten jeweils für ca. 4 Wochen bis zum Herbst 2022 zu sehen.

StandortEröffnung amEnde am
Wijtwerd / UsquertSa., 28.08.2021So., 26.09.2021
LangholtSa., 02.10.2021So., 31.10.2021
AbbingwehrSa., 06.11.2021So., 05.12.2021
HeiselhusenSa., 12.03.2022So., 10.04.2022
WarffumSa., 16.04.2022So., 15.05.2022
BurlageSa., 21.05.2022So., 19.06.2022

Goldhoorn / Kirche Finsterwolde

Sa., 25.06.2022

So., 24.07.2022

BredehornSa., 30.07.2022So., 28.08.2022
Oosterwijtwerd / Kirche OsterwijtwerdSa., 03.09.2022So., 02.10.2022
Ihlow / KlosterstätteSa., 08.10.2022So., 06.11./13.11.2022
Gemeinde Ihlow