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03.09.20 17:02 Alter: 16 days

Johanniter an der Nordseeküste:

 

Gemeinschaft, Glaube, Geschichte

Am 8. September 1319 wurde in Groningen eine Urkunde ausgefertigt. 

Es ist ein Vertrag zwischen dem Komtur (= Abt im Johanniter-Orden) in Steinfurt und den friesischen Johanniterkommenden (Johanniterklöstern). 

In diesem so genannten "Groninger Vergleich" sicherten sich die Johanniterklöster der Ordensprovinz Frisia bestimmte Rechte. Dadurch wurden sie gegenüber ihrer Leitung in Steinfurt weitgehend unabhängig. 

Das Dokument von 1319 führt insgesamt 20 friesische Klöster auf - von Warffum/Provinz in Groningen bis Langewisch im Butjadinger Land. Für die meisten dieser Johanniterkommenden ist es die erste urkundliche Erwähnung überhaupt. 

Die Johanniterklöster in diesem Gebiet hatten eine hohe Bedeutung für die Entwicklung der Landwirtschaft, des Wasserbaus, und der Kultur in dieser Region. 

Auf der ostfriesischen Halbinsel war der Johanniterorden mit den meisten Klöstern vertreten. 

Das führte im Herbst 2019 im Klosterverein Ihlow zu der Idee, in einer Wanderausstellung die Geschichte und die Gegenwart dieser ehemaligen friesischen Johanniterklöster zu präsentieren und ihre Bedeutung für die Region in Erinnerung zu rufen. 

Warum engagiert sich der Klosterverein für dieses Projekt - denn in Ihlow stand ja im Mittelalter ein Kloster der Zisterzienser?

Weil durch unseren Klosterverein seit 2013 ein "Arbeitskreis ostfriesischer Klosterstätten" organisiert wird, der jedes Jahr Vorträge und Klosterfahrten (bis in die Provinz Groningen) veranstaltet, 
und die "Stillen Räume Ihlow" als Wahrzeichen für die Bedeutung der mittelalterlichen Kulturlandschaft der Klöster in der Region insgesamt stehen - und anerkannt sind. 

Wir möchten dafür 

  •  "Aufsteller" (Stand-Tafeln, 80 x 250 cm; dt./niederl.) über die allgemeine Geschichte der friesischen Johanniter erstellen 
  •  für jeden der teilnehmenden Klosterstandorte einen Aufsteller (dt./niederl.) präsentieren, 
  •  und diese für ca. jeweils 4 Wochen auf die Reise in die entsprechenden Orte schicken. 

Dort werden sie am Ort des ehemaligen Klosters oder im Rathaus, in der Sparkasse, Kirche usw. der Gemeinde stehen, 

  •  zusammen mit Relikten, Artefakten, Urkunden (Kopien) von der betreffenden Johanniter-Kommende. 
  •  Dazu wird dann jeweils eine Eröffnungsfeier stattfinden. 
  •  Je nach Möglichkeit sollen die einzelnen Standorte auch Vorträge und Führungen organisieren. 
  •  Für diese Wanderausstellung wollen wir auch einen gemeinsamen Flyer entwickeln. 

Inzwischen haben sich 14 Standorte bereit erklärt, dieses Konzept zu entwickeln und zu realisieren: 
Abbingwehr, Boekzetel, Bokelesch, Bredehorn, Burlage, 
Dünebroek, Goldhoorn, Heiselhusen, Jemgum, Kloosterwijtwerd, 
Langholt, Muhde, Oosterwijtwerd, Warffum 

Wir freuen uns natürlich, dass eine so große Zahl von Menschen mitmacht, die an "ihren" ehemaligen Johanniter-Klöstern interessiert sind!

Die Teilnehmenden engagieren sich für diese Wanderausstellung alle ehrenamtlich, und arbeiten bei den laufenden Vorbereitungen für die Ausstellung hoch motiviert und hervorragend mit. Dieses deutsch-niederländische Projekt ist mit der Zahl der beteiligten Orte und für die Erinnerungskultur der ehemaligen Klosterlandschaft im Nordwesten Europas einzigartig. 

Wegen dieses Stellenwertes wird es von der Ems Dollart Region und durch die Johanniter-Subkommende Oldenburg und der Subkommende Ostfriesland-WHV gefördert. Die Wander-Ausstellung soll - für die Standorte Jemgum und Dünebroek- eröffnet werden am: 
Samstag, 12. September 2020, 15 Uhr, im Rathaus in Jemgum. 

Den Zeitplan für die Ausstellung an den weiteren Standorten werden wir noch veröffentlichen. 

Wir denken und hoffen, dass diese Wanderausstellung eine gute Möglichkeit ist, die Standorte der einzelnen Johanniter-Klöster in Ostfriesland und der Provinz Groningen noch bekannter zu machen, und auch Besucherinnen und Besucher für die einzelnen Standorte zu interessieren. 

Klosterverein Ihlow e.V.