Im Jahr 1228 gründet eine Handvoll Mönche im Ihlower Wald die Zisterzienserabtei Schola Dei. Sie gehört bis zu ihrer Auflösung im Zuge der Reformation (1529) zu den bedeutendsten Klöstern im niederländisch-nordwestdeutschen Raum. Die Ihlower Äbte spielen eine wichtige Rolle in Politik, Kultur sowie Religion. Sie fungieren als Friedensrichter und üben die Sielacht aus. Zur Zeit der sogenannten Friesischen Freiheit ist das Ihlow-Kloster Archiv und Kanzlei des Upstalsboom-Bundes - einer Landfriedensvereinigung zwischen Weser und Ijsselmeer
Im Jahre 1098 verließ der Abt Robert von Molesme (1028-1111) mit 21 Gefährten sein burgundisches Heimatkloster, um in der Einöde von Cîteaux, südlich von Dijon, ein neues Kloster zu gründen. Mit dieser vielleicht folgenreichsten Klostergründung des Hochmittelalters beginnt die Geschichte des Reformordens der Zisterzienser. Robert von Molesme war, wie viele seiner Zeitgenossen, motiviert von der Suche nach dem rechten Weg in der Nachfolge Christi.
Für die außerordentliche zivilisatorische und kulturelle Bedeutung der Zisterzienser war deren Spiritualität von herausragender Bedeutung. Hierunter verstand man im mittelalterlichen Mönchtum die Abwendung von der Welt und die Hinwendung zu Gott im Gottesdienst und der Askese.
Bernhard von Clairvaux (1090-1153) beschreibt in einem Brief in prägnanten Worten die Lebensweise der Zisterzienser vor dem Hintergrund der Reformziele des Ordens: "Unser Orden bedeutet ein Leben der Demut, des Verzichts und freiwilligen Armut, des Gehorsams, des Friedens und der Freude im Heiligen Geist; unser Orden heißt, sich einem Meister zu unterwerfen, einem Abt, einer Regel, einer Disziplin. Unser Orden verlangt Schweigen, Fasten, Wachen und Beten sowie körperliche Arbeit. Vor allem aber sollen wir dem erhabenen Weg der Liebe folgen; in allen diesen Dingen heißt es, Tag für Tag vollkommener zu werden und in ihnen bis zum letzten Tag zu verharren."
Anders als vielen anderen Orden waren den Zisterziensern durch ihre Regel Einnahmen aus Kirchen, Begräbnissen, Zehnten, Dörfern oder Mühlen verboten. Die Mönche sollten ausschließlich von ihrer Handarbeit sowie von Ackerbau und Viehzucht leben. Trotzdem oder vielmehr gerade deshalb brachten sie ein Wirtschaftswunder zustande, das noch heute erstaunen erregt. Was ihnen an fremden Einnahmen verwehrt war, das schufen sie sich selbst. Auf diese Weise wurden sie zu den führenden Experten auf zahlreichen agrartechnischen Gebieten des mittelalterlichen Europas.