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Raum der Spurensuche

Die Ausstellung

Über Licht, Text und Töne können sich Besucherinnen und Besucher durch den halbunterirdischen Raum bei ihrer Spurensuche leiten lassen: Vom Bereich der Mittelalter-Archäologie über die in Glas eingefassten Backsteinkisten (Gräber) hin zu den Relikten weiterer untergegangener ostfriesischer Klöster. Zahlreiche Ausgrabungsfunde der vergangenen Jahre sind zu sehen. Dazu gehören unter anderem die Ihlower Fliesen: Bodenplatten mit Löwen, Adlern und Fabeltieren, die vermutlich im Altarraum der früheren Klosterkirche verlegt gewesen sind.

Die Ausstellung im Raum der Spurensuche ist in der zweiten Hälfte des Jahres 2008 entstanden. Besucherinnen und Besucher sollen hier die historische und spirituelle Dimension des Ihlow-Klosters erleben - seine Geschichte und Zukunft. 

Die Toninstallation im Raum der Spurensuche - ein Klanggemälde - stammt vom Berliner Komponisten Christopher von Deylen (Popgruppe Schiller). Die Ausstellungskonzeption hat Holger Freiherr von Neuhoff, Regisseur und Autor, mit seinem Team entwickelt.

"In unserer beschleunigten Zeit brauchen wir mehr denn je Ruhepunkte, die uns aufmerksam machen, welche kulturelle Identität uns umgibt. Wenn wir als nachhaltige Netzwerker unsere ureigene Geschichte in den kulturellen europäischen Kontext setzen und sie verstehen lernen, kann uns das alle bereichern", so Holger von Neuhoff.

Ein besonderes Exponat der Ausstellung im Raum der Spurensuche ist der Christentums-Fries. 17 Tafeln mit der Welt-Glaubenshistorie an einer halbrunden Wand. Darin eingebettet die Daten der friesischen Geschichte: Vom letzten Abendmahl Jesu in Jerusalem bis zum Aufbau des ersten Gewölbebogens der Ihlower Klosterkirchen-Imagination am 25. September 2008. 

 

Der neue Ihlower Altar

Der Rundgang durch den Raum der Spurensuche läuft auf den neuen Ihlower Altar zu. Dieser befindet sich unter dem früheren Sanctuarium. Anderthalb Meter unter dem Ort, an dem die Ihlower Fliesen verlegt waren. Drei Armlängen unter jenen gebrannten Bodenplatten, über denen die Priestermönche der Schule Gottes Abendmahl feierten und wo der mittelalterliche Schnitzaltar seine Flügeltüren in den Raum spannte. Dieser übrigens ist als einziges Kunstwerk aus der Ihlower Klosterkirche bewahrt geblieben. Vor der Zerstörung des Gotteshauses im ersten Drittel des 16. Jahrhunderts wurde er nach Aurich überführt. Seine neue Heimat hat er in der Lambertikirche im Herzen der Kreisstadt gefunden.

Der neue Ihlower Altar besteht aus einem kreiselförmigen Tisch, der von einer Bronzeplastik gestützt wird. Diese bildet das Fragment einer mit Weihekreuz versehenen Steinplatte nach, die bei Ausgrabungen an der Klosterstätte gefunden worden ist. Die kreisrunde Gravur lässt darauf schließen, dass es sich dabei um die Ecke einer früheren Altarplatte handelt.

"Mein einfacher Grundgedanke war, als ich den Altar entwarf: Das Alte stützt immer das Neue", beschreibt Gunther Gerlach die Idee für seinen Herrentisch aus Buchenholz. Der Bremer Bildhauer ist im Rahmen eines Künstlerwettbewerbs im Jahr 2006 ermittelt worden, der maßgeblich durch die Hanns-Lilje-Stiftung (Hannover) gefördert wurde.

Der neue Ihlower Altar - vielleicht Quintessenz, Brennpunkt für das, was an der Klosterstätte Ihlow passiert. Jenseits der Erinnerung, ohne die Spurensuche in der Vergangenheit steht das Heute auf unsicheren Füßen, gerät leicht ins Wanken.