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Klostergarten

Es gibt zwar keine historischen Quellen, die die Existenz eines Gartens auf der Klosterstätte "Schola Dei" belegen, dies ist aber sehr wahrscheinlich. Da die Zisterzienser klassische Selbstversorger waren, diente der Garten als Nahrungslieferant. Gleichzeitig fungierte er als sichere Quelle für Zutaten, die zur medizinischen Versorgung gebraucht wurden.
Der jetzige Klostergarten an der Klosterstätte Ihlow wurde Mitte der 80er Jahre des vergangenen Jahrhunderts angelegt. Allerdings geriet er bald wieder in Vergessenheit.

Pflege und Wissen

Im Jahr 2001 gründeten einige Mitglieder des Klostervereins gemeinsam mit Kolleginnen der Hermann-Tempel-Gesamtschule die Gruppe der "Klostergartenfrauen", um den Klostergarten wieder zum Blühen zu bringen. Die zwölf Frauen treffen sich regelmäßig, um den Garten zu pflegen, auszubauen, und das eigene Wissen über die Pflanzen und ihre Verwendung zu vertiefen.
 "Wir freuen uns auch, wenn wir neue Mitglieder in unserer Runde willkommen heißen können", so Christa von Aswege, Ansprechpartnerin für die Klostergarten-Gruppe.

Termine und Veranstaltungen für Interessierte:

 

 Download-Einladung-für-Interessierte

 

Download - Termine 2013 - Krauten und Klönen

 

Download - Info-Blatt zum Ihlower Klostergarten

 

Download - Sonderführungen "Den Klostergarten mit allen Sinnen genießen" mit praktischen Tipps und Rezepten zum Kennenlernen

Nachbericht - Sonderführung "Frühlingserwachen mit Bärlauch"

 

 

Die vier Themengärten

In Anlehnung an die architektonische Beschaffenheit der Kreuzgänge mittelalterlicher Kirchen ist der Klostergarten in Kreuzform angelegt. Seine Beete sind von Buchsbäumen umfasst und geometrische angeordnet, die Mitte durch ein kleines Apfelbäumchen - die graue französische Renette - betont. Die Zisterzienser haben die Apfelsorte aus ihrer ersten Tochterabtei Morimont mit ihren Klostergründungen über ganz Europa verbreitet.



Heilpflanzengarten


Hier finden Sie Pflanzen, die im Mittelalter mehr oder weniger erfolgreich als Arznei genutzt wurden. Die Äbtissin Hildegard von Bingen war eine der großen Heilkundigen ihrer Zeit. Sie beschrieb 213 Kräuter, Gräser und Früchte mit ihren Nährwerten und Heilkräften. Viele dieser Pflanzen spielen in der modernen Medizin auch heute noch eine Rolle.

Hexengarten


Der Hexengarten beherbergt Pflanzen, die in Teilen oder Ganzen giftig sind ( Fingerhut, Seidelbast). Oder ihnen wird mystische Kraft zugeschrieben. Einige besitzen halluzinogene Wirkung, die ihren Anwendern Zauberkräfte vorgaukelten ( Bilsenkraut). Die meisten wurden jedoch von heilkundigen Frauen insbesondere bei Frauenleiden eingesetzt. Häufig waren es Hebammen, die dann leicht als Hexen verschrien und der Zauberei beschuldigt wurden.
In der damals von Männern dominierten Welt war die Fachkenntnis der Frauen suspekt und unerwünscht.

Mariengarten

Im Mariengarten sind Pflanzen zu sehen, die im Mittelalter mit der Jungfrau Maria in Verbindung gebracht wurden. Die Jungfrau Maria war die Schutzpatronin der Zisterzienser. Andere Pflanzen symbolisierten in der Bildersprache der darstellenden Kunst des Mittelalters die Eigenschaften der Gottesmutter Maria (z.B. Veilchen stehen für Demut, die weiße Lilie symbolisiert die Reinheit, usw). Wieder andere Pflanzen tragen Maria im Namen, wie z. B. das Marienblümchen (Gänseblümchen).

Küchengarten (Karlsgarten)


Die Pflanzenauswahl im Küchengarten richtet sich nach einer von Karl dem Großen (747 - 814) verfassten Gesetzgebung für seine Untertanen ("Capitullare de Villis"), die im Jahre 812 n. Chr. entstanden ist. In dieser Verfassung werden 73 Nutzpflanzen und 16 Obstbäume genannt und zur Anpflanzung empfohlen. Weitere Schwerpunkte im Küchengarten sind Färbepflanzen und historische Kulturpflanzen aus dem 19. Jahrhundert, wie Bohnen, Salat,  Erbsen, Kartoffel, Möhren. Aus dem Mittelalter kann in diesem Gartenabschnitt z.B. Löffelkraut, Guter Heinrich, Schinkenwurz, Haferwurz, Erdbeerspinat bewundert werden.