Im Jahr 2007 konnten die Grabungen im Bereich des Westflügels erfolgreich abgeschlossen werden. Konnten im Vorjahr die eindrucksvoll erhaltenen Backsteinfußböden des Kreuzganges und des Westflügels des 15. Jahrhunderts erfasst werden, so gelang es während der diesjährigen Kampagne die älteren Strukturen freizulegen und zu dokumentieren. So wurde etwa zwei Meter unter der heutigen Oberfläche der Lehmfußboden des Westflügels angetroffen.
Bei den Grabungsarbeiten im Bereich des WestflügeIs traten im letzten Jahr zahlreiche Funde auf. Unter dem Fundmaterial aus dem Abrissschutt des Gebäudes befand sich unter zahlreichen Knochen und Keramikscherben ein Eisenobjekt, dem wir zunächst keine große Beachtung schenkten. Es handelt sich um ein Fundstück, dass im Rahmen des Abrisses des Gebäudes in der Mitte des 18. Jahrhunderts in den Boden gelangte.
Im Sommer 2006 wurde die bereits im Vorjahr gestartete Ausgrabung unmittelbar östlich des Forsthauses fortgeführt. Des Weiteren wurde ein etwa 15 Meter südlich des Forsthauses gelegener, Ost-West verlaufender neuer Grabungsabschnitt angelegt. Trotz der oft schwierigen Wetterlage konnten in beiden Grabungsbereichen wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Mit diesen beiden Untersuchungsflächen soll die südliche Anbindung des Kreuzganges an die Kirche und die Bauabfolge des an den Kreuzgang westlich anschließenden Flügelbaus geklärt werden.
Die diesjährigen Ausgrabungen im Kloster Ihlow haben wieder hochinteressante Aufschlüsse zur Geschichte des Klosters erbracht. Die Ausgrabungen konzentrierten sich auf die Klosterkirche, da hier die Teilrekonstruktion entstehen wird. Für deren Fundamentierung mussten weite Bereiche der Klosterkirche und ein Teil des anschließenden Friedhofs ausgegraben werden. Der Grabungsschnitt von 2004 wurde dazu um den Bereich der Apsis erweitert, ebenso wie zwischen den vier großen Linden. Einen weiteren Schnitt öffneten wir vor dem Eingang des Forsthauses, d. h. an der Südwestecke der Klosterkirche, um zu erkunden, wo der westliche Klausurflügel lag. Im Folgenden sollen einige ausgewählte Ergebnisse der Grabungen vorgestellt werden.
Vom Zisterzienserkloster Ihlow ist aus Schriftquellen nur wenig bekannt. Es wurde 1228 gegründet und nahm schon bald eine überragende Stellung in Ostfriesland ein. Im Jahre 1529 lösten die ostfriesischen Grafen des Hauses Cirksena das Kloster auf. Die Grafen nutzten die Reformation, um sich den reichen Besitz nicht nur dieses Klosters anzueignen. Mit dem sofortigen Abriss der Klosterkirche und der Zerstörung des Archivs stellten sie den Zisterzienserorden vor vollendete Tatsachen: Durch das Fehlen der Kirche konnte das Kloster nicht wieder eingerichtet werden. Auf dem Gelände erbauten sich die Grafen stattdessen ein Jagdhaus.